Neues Leseprojekt des Grundschulverbunds Lahde-Frille: „Lesen an ungewöhnlichen Orten“

Ein sorgfältig geplantes Lese-Projekt konnte kurz vor den Sommerferien im Grundschulverbund Lahde-Frille umgesetzt werden. Die Projektidee war, dass die Schülerinnen und Schüler verschiedene Orte aufsuchten, an denen Ihnen vorgelesen wurde. Vorlesen sollten aber nicht die Lehrerinnen und Lehrer sondern die Personen, die an dem jeweiligen Ort arbeiten.

Über 30 örtliche Firmen, Institutionen und Personen erklärten sich bereit, an dem Projekt mitzuwirken und boten darüber hinaus an, den Kindern einen Einblick in ihre Arbeit zu geben.

Vom 10.6. bis zum 12.6. machten die Kinder sich in kleinen, jahrgangsgemischten Gruppen auf den Weg zu den ausgewählten Leseorten. Nachdem sie freundlich in Empfang genommen wurden, begannen die Akteure mit dem Vorlesen. Häufig wurde ein Buchtitel ausgewählt, der inhaltlich zum jeweiligen Ort passte. So ging es in dem Buch „Anton macht`s klar“, das im Tresorraum der örtlichen Bankfilialen gelesen wurde, um einen Jungen, der sein eigenes Geld druckte. Im Sitzungssaal des Lahder Rathauses lauschten die Kinder der Stimme des Bürgermeisters, der aus dem Buch „Wirbel im Rathaus“ vorlas. Im Kraftwerk Heyden zog ein Mitarbeiter die Kinder mit einer Detektivgeschichte, in der es um einen Stromausfall ging, in seinen Bann. Zu einigen Leseorten wurden die Kinder mit Bussen gefahren, wie z.B. zur Synagoge und Stadtbücherei in Petershagen oder in das ehemalige Jagdschloss der Grafen von Schaumburg, Schloss Baum.

Während der Projekttage gestalteten die Kinder für die abschließende Präsentation zu vielen Orten Lesekisten. Hier kamen Gegenstände, Fotos, Bilder und selbst geschriebene Texte hinein, die mit dem jeweiligen Ort zu tun hatten. Auch die Bücher, die für dieses Projekt angeschafft wurden und aus denen vorgelesen wurde, kamen in die Lesekiste.

Auffallend ist, dass die Anzahl der Kinder, die in ihrer Freizeit kaum Kontakt zu Büchern haben und bei denen Lesevorbilder außerhalb der Schule fehlen, zunimmt. Dass laut EU-Kommission in Deutschland ca. 20 Prozent der Bevölkerung nicht richtig lesen kann, liegt nicht nur an fehlenden Lesekenntnissen, sondern auch daran, dass Kindern immer weniger vorgelesen wird. Der Grundschulverbund versucht deshalb, das beste Vorlesealter bei Kindern bis zu 10 Jahren nicht ungenutzt verstreichen zu lassen. Mit dem Projekt „Lesen an ungewöhnlichen Orten“ soll ein neuer, erfolgversprechender Weg beschritten werden, um Kinder auch außerhalb von Schule zum Lesen zu motivieren.

Die Schülerinnen und Schüler haben durch das Projekt erfahren, dass das Lesen von Büchern sich nicht auf die Schule beschränken muss sondern auch an anderen Orten Spaß macht und aufregend sein kann. Außerdem wurde erreicht, dass die Kinder ihre Umgebung besser kennen lernen und sie ihnen somit vertrauter wird. So bekamen sie einen Einblick hinter die Kulissen und erfuhren ganz nebenbei auch noch etwas über verschiedene Berufe und Arbeitsbedingungen. Manch ein Kind kam damit an Orte, die es noch nie gesehen hat und vielleicht auch nie sehen würde.

Die Erwartungen an das Projekt wurden bei Kindern und Lehrkräften bei Weitem übertroffen. Die beteiligten Institutionen und Firmen haben mehr als „nur“ ein Buch vorgelesen. Sie schafften durchgängig eine angenehme Leseatmosphäre. Dass sie sich so positiv auf die Kinder eingestellt und sie mit Ihren individuellen Ideen begeistert haben, hat Lehrer wie Schülerinnen und Schüler sehr beeindruckt. Aber auch unter den Firmen und Institutionen fand ein reger Austausch statt, so dass die Projekttage für alle Beteiligten eine schöne Erfahrung und gewinnbringend war. Die Projekttage sorgten noch lange für Gesprächsstoff unter Kindern, Eltern und Mitbürgern.

Die abschließende Evaluation des Projektes unter den Schülerinnen und Schülern anhand eines Fragebogens fiel durchweg positiv aus. Viele Kinder wünschten sich neben einer Wiederholung des Projektes, das Buch aus dem ihnen vorgelesen wurde, selbst lesen zu wollen. Dem Kollegium fiel auf, dass besonders diese Bücher nun gerne von den Kindern aus der Schülerbücherei ausgeliehen wurden. Wir denken daher darüber nach, noch weitere dieser und vergleichbare Exemplare anzuschaffen. Über eine Wiederholung des Projektes wird auch schon nachgedacht.

Alle Firmen, Institutionen und Personen, die sich an dem Projekt beteiligt haben: Autohaus Lübkemann, Bürgermeister Dieter Blume, DRK Rettungswache, evangelische Kirchengemeinde Lahde und Frille, Evangelische Gemeinde Lahde, das Familienzentrum Bullerbü, Feuerwehr Lahde und Frille, Freibad Lahde, Friedhof Lahde, Gasthaus Zum weißen Hirsch Frille, Gärtnerei Kubach Frille, Frau Göhler – Garten, Gemeindehaus Lahde, Frau Gräfen, Grilli Willi, Haus Bethesda, Kellermann Floristik Lahde, KiTaLa Lahde, Klostermühle Lahde, Kraftwerk Heyden, Küchen König, Lahde Station, Firma Lohmeier Frille, Frau Michaelis, Mühlenverein Frille, Polizeiwache Lahde, Praxis David M. Gough, Schloss Baum, Frau Schönbeck - Garten, Sparkasse Lahde, Stadtbücherei Petershagen, SV Frille-Witersheim, Synagoge Petershagen, Tischlerei Ruppel und Volksbank Lahde und Frille